Marienschule Nordhorn

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Jubiläum


Marienschule feierte mit vielen Gästen 75-jähriges Jubiläum – Besuch kam auch aus Tuna


Vor 75 Jahren herrschte noch ein anderer Ton

Ihr 75-jähriges Jubiläum hat die Nordhorner Marienschule am Wochenende mit einem Festakt sowie einem Schul- und Gemeindefest gefeiert. Die heutige katholische Grundschule war im Sommer 1932 als Bekenntnisschule gegründet worden. Das Festwochenende bot vielfältige Rückblicke in die Schulgeschichte.

sn Nordhorn. "Gerade sitzen, Hände auf den Tisch!" – die Ansagen von Schulmeister Norbert Röwert, die gestern durch ein Klassenzimmer in der Marienschule hallten, waren unmissverständlich. Zumindest für eine halbe Stunde herrschte gestern in der 4a Zucht und Ordnung. Die strenge Miene des Lehrers und sein bedrohlich geschwungener Zeigestock trugen ihren Teil dazu bei. Auf unbequemen Holzschulbänken aus dem vergangenen Jahrhundert paukten die Schülerinnen und Schüler die Süttlin-Schrift. So in etwa könnte der Unterricht vor 75 Jahren ausgesehen haben, als die Marienschule ihre Türen gerade neu eröffnet hatte.
Am Wochenende feierten die heutigen Schüler, Lehrer, Eltern und die Mitglieder der St.-Marien-Gemeinde das Gründungsjubiläum der Konfessionschule in der Blumensiedlung. "Als Geburtsstunde der Marienschule gilt der 1. Juli 1932", blickte Schulleiterin Brigitta Kaiser am Sonnabend im Rahmen einer Feierstunde im Konradhaus zurück. Damals war die Marienschule von der völlig überlaufenen Burgschule abgetrennt worden. Zu Kriegszeiten umgewandelt in eine Gemeinschaftsschule und umbenannt in "Dietrich-Eckart-Schule", erhielt die Lehranstalt 1945 erneut einen neuen Namen: "Volksschule West". Aber nur ein Jahr später bekam sie ihren ursprünglichen Namen zurück und ist seitdem auch wieder katholische Bekenntnisschule.
Eines der einschneidendsten Erlebnisse in der Vergangenheit der Marienschule ereignete sich am 26. Juni 1957, als nachts im Filmvorführraum des Gebäudes ein Brand ausbrach, bei dem unter anderem der Aussichtsturm der Schule zerstört wurde.
Seit 1980 besuchen die Marienschule nur noch Grundschüler. Der Hauptschulzweig wurde abgetrennt. Stattdessen zog neun Jahre später die konfessionsunabhängige Grundschule Blumensiedlung unter dem Dach der Marienschule mit ein. Seitdem teilen sich die beiden Grundschulen das Gebäude an der Schlieperstraße. Heute unterrichten acht Lehrer die sechs Klassen der Marienschule und ihre 103 Schüler. 2003 übernahm Brigitta Kaiser die Leitung der Schule.
Besuch zum Jubiläum bekam die Marienschule nicht nur von Schülern und Eltern. Mit Father Sylvester Kuubetersuur und der Lehrerin Mary Angsotinge feierte auch eine Delegation der Partnergemeinde aus dem afrikanischen Tuna mit der Marienschule. Nicht zuletzt deshalb gab es neben Norbert Röwerts Demonstration einer Schulstunde wie vor 75 Jahren auch eine "Buschschulstunde". Unter den raschelnden Bäumen des St.-Marien-Kindergartens brachte die Lehrerin Mary Angsotinge nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen Mathematik und englische Vokabeln mit afrikanischen Lehrmethoden bei. Eicheln dienten so etwa als Zählhilfe. In ihrem "Klassenzimmer" herrschte keineswegs die Ruhe, die Röwerts von seinen Schülern streng verlangt hatte. Im Gegenteil: Die Schüler waren aufgefordert, das Gelernte möglichst oft und möglichst laut zu wiederholen.
Reges Treiben herrschte so am Sonntag bei Sackhüpfen, Torwandschießen, Schminken, Skat-Turnier und Kaffeetrinken zwischen Marienschule und St.-Marien-Kirche. Die Kirchengemeinde feierte am Wochenende nämlich nicht nur das Schuljubiläum, sondern auch ihr jährliches Pfarrfest.
Eine Ausstellung mit Bildern und Zeitungsausschnitten aus 75 Jahren Schulgeschichte lockte besonders die erwachsenen Besucher. Schließlich konnten sich nicht nur die Eltern, sondern sogar die Großeltern mit ein bisschen Glück auf den teils uralten Klassenfotos wiederfinden.
(Artikel zum Schulfest aus den GN vom 18.September 2007)




Artikel aus den GN vom 6. September 2007 - Schule wie in Afrika und zu Opas Zeiten

Die Marienschule feiert am 15. und 16. September ihren 75. Geburtstag mit einem großen Programm
Der Nordhorner Marienschule steht in diesem Monat ein großes Jubiläum ins Haus: Am 15. und 16. September wird mit einem abwechslungsreichen und bunten Festwochenende das 75-jährige Bestehen der Schule gefeiert, die heute als Grundschule 104 Schülerinnen und Schüler in sechs Klassen zählt. Gemeinsam haben Marienschule, Kirchengemeinde und Kindergarten das Festprogramm auf die Beine gestellt.

tk Nordhorn. Wie Brigitta Kaiser, die seit dem 1. Februar 2003 die Schule leitet, zu dem geplanten Programm berichtet, werden die Feierlichkeiten zum Schulgeburtstag am Sonnabendvormittag mit einem offiziellen Festakt im Konrad-Haus gestartet. Am Abend spielt dann ab 19 Uhr die Gruppe "Friends" im Zelt auf dem Kirchhof.
Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst, der unter anderem von den Schülern der Klassen eins bis vier der Marienschule gestaltet wird. Es folgt dann ein großes und originelles Programm rund um die Schule an der Schlieperstraße 14 mit Skatturnier, Schminkstand, Tombola und vielen weiteren Angeboten.
Ein Höhepunkt soll dabei die "Schulstunde im Busch" werden, zu der ab etwa 12.30 Uhr eingeladen wird. Dieser Unterricht der ganz besonderen Art soll demonstrieren, wie die Kinder in Afrika unterrichtet werden. Dazu wird eine kleine Lehrer-Delegation von den Grundschulen aus Tuna im Nordwesten von Ghana erwartet, zu denen die Marienschule seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen pflegt.
Ein weiterer Höhepunkt des Festprogramms am Sonntag verspricht auch eine Reise in die Gründerzeit der Marienschule zu werden: Präsentiert wird im original historischen Schulmobiliar aus Opas Zeiten eine Schulstunde wie vor 75 Jahren. Weitere Einblicke in die lange Geschichte der Schule soll eine Ausstellung geben, für die Schulleiterin Brigitta Kaiser und ihre ehemalige Kollegin Hildegard Schulten bereits im Vorfeld des Jubiläums Materialien gesammelt haben. Dabei entdeckten sie auch so manches alte Schätzchen: Unter anderem ein Banner, das in den 1950er Jahren auf dem Dach der Schule geweht haben dürfte, sowie alte Sportfest-Wimpel, die mit Jahreszahlen und dem Wappen Nordhorns bestickt sind. Im Jahr 1929 war die Schule für Schüler des katholischen Bekenntnisses gegründet worden, seit 1932 war sie selbstständige Volksschule und seit 1980 ist die Marienschule eine Grundschule.
Erinnert wird in der Ausstellung natürlich auch an ein dramatisches Ereignis vor 50 Jahren, als in der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 1957 der Dachstuhl des Hauses durch einen technischen Defekt an einem Filmprojektor in Flammen stand. Dabei war die ursprünglich aus viel Holz errichtete Marienschule zum Großteil zerstört worden.


Weitere Bilder vom Jubiläum bei den Galerien.